1998 schloss ich eine 3-jährige Ausbildung zum Kinderkrankenpfleger in Dortmund ab. Von 1998 – 2000 habe ich als staatlich anerkannter Kinderkrankenpfleger in der Kinderklinik Dortmund gearbeitet. In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit im Rahmen meiner pflegerischen Tätigkeit kindliche Entwicklung mit allen ihren Problemen und Facetten von Geburt bis zum Jugendalter kennenzulernen.

Danach war ich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Dortmund-Aplerbeck im Pflege- und Erziehungsdienst tätig. Hier  arbeitete ich mit Kindern und Jugendlichen, die verschiedene psychische Krisen durchmachten.  Gleichzeitig begleitete ich auch deren Familien wobei mir der  Zusammenhang zwischen kindlicher Symptomatik und den familiären, sozialen Bedingungen sehr deutlich wurde. Ich erkannte, dass eine Behandlung, die sich nur auf die Beseitigung von störenden Symptomen beschränkt  und die die Probleme im Umfeld außer Acht lässt, den Bedürfnissen der Betroffenen und deren Familien nicht gerecht wird.

 Im Jahr 2001 beschloss ich meine bisherige praktische Erfahrung durch ein Studium zu ergänzen.

An der Technischen Universität Dortmund studierte ich Rehabilitationswissenschaften mit dem Schwerpunkt  „Frühförderung“.

In dieser Zeit arbeitete ich weiterhin studienbegleitend in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf einer geschlossenen Station und zum Ende des Studiums begann ich mit der Ausbildung zum systemischen Berater, die drei Jahre dauerte.

Nach meinem Studium nahm ich die Tätigkeit als Autismus-Therapeut im Autismus-Therapie-Zentrum in Dortmund auf, wo ich auch schon während meiner Studienzeit ein Praktikum absolviert habe. Diese Tätigkeit gehörte wegen ihrer Vielfalt, Komplexität der Problematik und wegen der Nicht-Vorhersagbarkeit über den Verlauf der Störung zu den anspruchsvollsten, die ich bisher verrichtet habe. In den fünf Jahren meiner Arbeit im ATZ hatte ich die Möglichkeit verschiedene therapeutische Ansätze kennenzulernen (TEACH, PECS, ABA), nahm an vielen Fortbildungen zu autismusspezifischen Themen teil und ich arbeitete mit Menschen aus dem ganzen Autismusspektrum und deren Familien zusammen.

Die Arbeit im Bereich Autismus hat mich nachhaltig geprägt. Ich habe großen Respekt vor meinen Klienten,  ihrer Andersartigkeit  und den häufig unter dieser Andersartigkeit leidenden Angehörigen entwickelt. Der Wunsch, diese Menschen „heilen“ oder von außen verändern zu wollen ist  dem Wunsch nach mehr Verständnis ihres Handelns und Denkens gewichen. Denn das Verständnis ist der Schlüssel zur Veränderung.

So ist bei mir aus einem ungleichen Therapeut-Klient- Verhältnis eine gleichberechtigte Partnerschaft geworden, die mein Vorgehen stark prägt.

2011 ergab sich für mich die Chance, meine Ideen, meine eigene Arbeitsweise noch  besser in die Praxis umzusetzen, indem ich eine eigene pädagogische Praxis mit dem Schwerpunkt  „Autismustherapie und Beratung“ eröffnete.