So unterschiedlich die Symptomatik aussehen kann, so flexibel muss auch das therapeutische Vorgehen bei Autismus sein. Bisher hat noch kein einzelnes Therapieverfahren befriedigende Ansätze für alle Bereiche dieser sehr komplexen Beeinträchtigung geliefert. Eine isolierte Sichtweise, die z.B. nur einen Aspekt (z.B. die gestörte Sprache oder Wahrnehmung) hervorhebt, wird der Herausforderung nicht gerecht.

 

Nach unserem Verständnis bilden eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie der Respekt vor der Anderesartigkeit der Klienten die Grundlage für einen gelingenden therapeutischen Prozess.

Nach unserer Auffassung darf das Leben im Autismus-Spektrum nicht nur als Leben mit Beeinträchtigungen und Defiziten verstanden werden.

Viel mehr betrachten wir den Autismus als ein Wesensmerkmal oder eine Art zu sein. Autismus ist ein breites Spektrum unterschiedlicher Fähigkeiten, Lebensweisen und Weltanschauungen.

Wie fremdartig oder ineffektiv das Verhalten der Betroffenen nach außen auch wirken mag, verstehen wir die autistischen Besonderheiten als Überlebensstrategien, um in einer fordernden und unsicheren Welt innere Sicherheit zu finden.

Daher handelt jeder Mensch aus seiner Sicht sinnvoll.

Möchten wir einen Menschen bei seiner Entwicklung unterstützen, ist es wichtig diesen Aspekt bei der Therapie immer im Auge zu behalten. Eine respektvolle und authentische Klient-Therapeut-Beziehung ist die Vorraussetzung um einen Menschen mit seiner Einzigartigkeit verstehen zu können. Dieses Verständnis bildet die Grundlage um mit ihm zielführende Handlungsstrategien zu erarbeiten mit dem Ziel ein Höchstmaß an Selbstständigkeit zu erreichen. 

 

Die in der pädagogischen Praxis "Erfahrungsräume" angebotene Autismustherapie ist eine Mischung aus verschiedenen bei der Förderung autistischer Menschen bewährten Methoden. Die Methoden werden je nach Symptomatik, Lebensalter und Entwicklungsstand eingesetz

Dazu gehören Ansätze, die speziell für Menschen mit Autismus entwickelt wurden (TEACCH, PECS, ABA), autismusspezifische Formen der Wahrnehmungsförderung und des sozialen Trainings aber auch verhaltenstherapeutische sowie familientherapeutische Methoden.

 

Die Einbeziehung der Bezugspersonen in die Therapie, Entlastung der Eltern und der Transfer des Erlernten in die Lebenswelt (Zuhause, Schule, Kindergarten, andere Therapien, Wohnheim, WfbM, Freizeit) des Klienten sind wichtige Voraussetzungen für das Gelingen des therapeutischen Prozesses.